Happy Birthday Microsoft Swiss Cloud (I/II)

Ein Interview mit Marc Holitscher zur Cloud

Im September vor einem Jahr hat die Microsoft Cloud auch in die Schweiz Einzug gefunden. Wir haben diesen Anlass genutzt, um mit Marc Holitscher (National Technology Officer und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Schweiz) und Primo Amrein (Cloud Lead Switzerland bei Microsoft Schweiz) über das vergangene, turbulente Jahr zu sprechen und eine optimistische Prognose zu wagen.

Im ersten Teil unserer zweiteiligen Blogserie fokussieren wir uns auf die Themen Datenschutz, die allgemeine Wahrnehmung der Cloud, welche Bedeutung die Cloud in der aktuellen Pandemie hat und wie sich dies in Zukunft weiterentwickeln wird. Dazu hat Thomas Oehen (Security Engineer bei der baseVISION) und Jeremias Emch (Workplace Engineer bei der baseVISION) ein Interview mit Marc Holitscher geführt. In diesem Blogbeitrag werden nur einzelne Fragen aufgegriffen. Das gesamte Interview finden Sie im Video.

Jeremias Emch: Als erstes eine Frage zum Datenschutz. Datenschutz wird oft als Grund gegen die Cloud verwendet. Wie siehst du diese Problematik?

Marc Holitscher: Es ist interessant zu sehen, dass Kunden dies als Problem wahrnehmen. Ich glaube aber, und dies sehe ich auch in Gesprächen mit den Kunden, dass eine Cloud-Infrastruktur viele Vorteile in Bezug auf die Datensicherheit und den Datenschutz mit sich bringt. Sensible Daten sind in der Cloud mindestens so sicher, wenn nicht sicherer als in anderen Umgebungen. Grund dafür ist hauptsächlich, dass wir  heute Instrumente haben, die es Expertinnen und Experten ermöglicht, die Cloud auf rechtliche Sicht zu beurteilen: Wo sind die Daten? Wer hat Zugriff auf die Daten? Werden die Daten gelöscht, wenn ein Kunde den Dienst verlässt? Mit den heutigen Werkzeugen kann Transparenz in die Architektur der Cloud und somit in den Datenschutz gebracht werden.

Und dies haben auch Kunden entdeckt. Seit ungefähr 12 – 18 Monaten wechseln immer mehr Kunden auch mit vertraulichen Daten in die Cloud. Früher hat man ab und zu mit «nicht kritischen Daten» experimentiert und eine DevTest Umgebung laufen gelassen; heute speichern Kunden auch kritische Daten wie Kundendaten und Gesundheitsdaten in der Cloud. Dies ist ein bedeutender Wandel für die Cloud.

Zurück zur Frage: Ich erkläre unseren Kunden jeweils, dass Datenschutz modern gedacht und mit einem technischen Grundverständnis ein Wettbewerbsvorteil sein kann und somit kein Problem. Um dies breitflächig einzusehen, brauchtes aber bestimmt noch Arbeit.

Die Cloud hat die Feuertaufe sehr gut überstanden. Und dies reifte das technische Bewusstsein der Kunden. Viele Entscheidungsträger haben realisiert, dass Technologien strategische Pfeiler für den Geschäftserfolg sein können.

Marc Holitscher

Thomas Oehen: Schauen wir auf die Situation in Bezug auf COVID-19. Die Pandemie hat die Digitalisierung vorangetrieben. Habt ihr gemerkt, dass viele Kunden schnell und pragmatisch den Entscheid für die Cloud gemacht hatten?

Marc Holitscher: Ganz klar! Mit der Ankündigung des Lockdowns haben wir eine substanzielle Zunahme der Nachfrage in der Schweiz gesehen. Und dies auch in Industrien, wie Banken, die bis anhin eher zurückhaltend unterwegs waren. Dieser explosionsartige Kapazitätsbedarfs, haben die digitalen Plattformen und die Cloud gut überstanden. Wenn etwas gerumpelt hatte, dann lag es meist an unternehmenskulturellen Aspekten. Viele Unternehmen waren nicht auf Homeoffice vorbereitet. 

Doch die Cloud hat die Feuertaufe sehr gut überstanden. Und dies reifte das technische Bewusstsein der Kunden. Viele Entscheidungsträger haben realisiert, dass Technologien strategische Pfeiler für den Geschäftserfolg sein können. Führungspersonen setzen sich heute vermehrt und geschäftsgetrieben mit der Cloud auseinander. Dieses Learning war ein wichtiger Schritt für Microsoft. Denn die Führungspersonen werden mitentscheiden, ob die eingeführten Plattformen auch weiterhin bewirtschaftet werden.

Wichtig werden nun auch Diskussionen mit Datenschützer sein. Auf dem Höhepunkt der Krise haben Datenschützer vieles erlaubt und explizit darauf hingewiesen, dass man weitere Entscheidung treffe, sobald die ausserordentliche Lage vorbei sei. Dies führt nun dazu, dass man sogar von einem Rückbau spricht, was natürlich für uns gefährlich sein könnte. Doch wir sind zuversichtlich. Denn die Voraussetzungen sind gut. Die Plattformen konnten in den letzten Monaten ihr Können unter Beweis stellen. Der ganze Mehrwert ist heute viel greifbarer. Aber jetzt muss man den Kunden helfen, das Aufgebaute zu stabilisieren.

Spannend bleibt der kulturelle Aspekt, den man nicht unterschätzen darf. Wenn man plötzlich in einem Cloudbetriebsmodell ist, verändern sich auch interne Strukturen. Was ist jetzt die Rolle der IT? Wie werden Ressourcen bezogen? Und so weiter. Dies braucht jetzt alles einen entsprechenden Kompetenzaufbau.

Jeremias Emch: Du hast angesprochen, dass ihr die Rechenzentren in der Schweiz ausbaut? Haben wir aktuell in der Schweiz ein Limit erreicht? 

Marc Holitscher: Nein, von einem Limit ist ganz klar nicht die Rede. Aber wir wollen bezüglich Skalierbarkeit noch weiterwachsen.

Von einem Limit ist ganz klar nicht die Rede. Aber wir wollen bezüglich Skalierbarkeit noch weiterwachsen.

Marc Holitscher

Interview mit Marc Holitscher zur Swiss Cloud

Im Video verrät Ihnen Marc Holitscher weitere spannende Insights zur Cloud. 

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